„Kehre sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen, und bessert euer Wesen und Tun.“ Jer. 18,11.
Dies ist die Stimme der Barmherzigkeit, die um jeden einzelnen besorgt ist. Die Gerechtigkeit könnte jeden Sünder in seiner Sünde töten, aber die Barmherzigkeit möchte die Sünde vernichten und des Sünders schonen. Doch es ist die Stimme der Heiligkeit, die dem besonderen bösen Wege jedes Menschen Einhalt tun will und von jedem Menschen ein annehmbares Leben fordert. Der Herr Jesus ist nicht gekommen, ein Sündendiener zu sein, sondern die Werke des Teufels zu zerstören.
Bei dieser Gelegenheit höre jeder für sich selbst, denn hat nicht jeder einzelne seinen bösen Weg?
Es ist Jehovahs Stimme, und hinsichtlich ihres Inhalts forschen wir:
Dies schließt dreierlei in sich:
Nichts ist gewisser als die Ungewissheit des Lebens. Durch den Aufschub geht die Freude verloren; du verscherzt deinen Seelenfrieden. Gott wird deines Dienstes beraubt, und du kannst den Verlust nie ersehen. Andere Menschen werden durch dein Beispiel geschädigt.
Jeder Grund fordert ein „Jetzt“, aber für den Aufschub gibt es keine Entschuldigung.
Der Ruf richtet sich notwendig an die Persönlichkeit eines jeden Zuhörers, denn ein jeglicher:
Ein jeglicher sah auf seinen Weg“ (Jes. 53,6). Dieser, dein eigener Weg ist es, von dem du dich kehren sollst, nämlich von deiner persönlichen Sünde, von deiner häufigsten Sünde. Für viele ist es sehr wichtig, dass sie imstande sind, diese Lieblingssünde zu erkennen.
Von solcher Lieblingssünde muss sich ein jeglicher bekehren.
Verneinendes Christentum ist nicht ausreichend; es muss bestimmt besser werden.
Persönliche Prüfung ist von größter Wichtigkeit. Praktische Buße ist eine absolute Notwendigkeit. Doch wie schwierig ist diese Rückkehr! Es ist leicht, in die Sünde hinabzusteigen, aber die Schritte zurück tun das ist die Aufgabe, das ist Arbeit.
Nur durch den Glauben an den Herrn Jesum kann es ermöglicht werden; ein Blick auf sein Kreuz erzeugt mehr Buße als alles andere in der Welt.
Denen, die an Jesum glauben, will Er den Heiligen Geist senden, „damit Er sie leite auf ewigem Wege“.
Zwei Dinge sind einem sich bekehrenden Menschen eigen: einen Weg zu gehen, der dem vorigen ganz entgegengesetzt ist, und seine früheren Tritte auszugleichen und zu verwischen. 1. Er muss einen Weg gehen, der seinem früheren Weg ganz entgegengesetzt ist. Viele Menschen denken, dass der Weg zur Hölle nur ein wenig seitwärts gehe von dem Himmelsweg, so dass er in kurzer Zeit ohne besondere Mühe von dem einen auf den anderen kommen kann; aber sie sind sehr im Irrtum, denn wie die Sünde mehr ist als ein Beiseitetreten, nämlich ein klares, direktes Weggehen von Gott, so ist Buße oder das Verlassen der Sünde mehr als ein kleiner Übergang von einem Weg auf den anderen Der Weg des Vergnügens an der Sünde muss in einen Weg der Trauer über dieselbe verwandelt werden; wer abergläubisch falsche Götter angebetet hat, muss nun treulich dem wahren Gott dienen; die Zunge, die geflucht und gelästert hat, muss ebenso reichlich den Namen Gottes im Gebet und in Danksagung gebrauchen; der Geizige muss freigebig werden; der Unterdrücker der Armen muss der Wohltäter derselben werden, der Verleumder seines Bruders ein zärtlicher Wächter über seinen guten Ruf; wer seinen Bruder vorher hasste, muss ihn nun so zärtlich lieben als sich selbst. Joseph Mede.
„Nun“ so entschließt du dich, „später will ich mehr darauf achten, als ich es vorher getan habe.“ Ach, dieses Später Wollen ist gar kein Wollen! Erstens, weil es nur das Abschütteln des jetzigen Wollens ist. Das Herz ist unwillig, zu gehorchen, darum verschiebt es das Gebot in die Zukunft, nicht weil es wünscht, das später zu tun, sondern nur, weil es jetzt nichts tun will. Zweitens, dieses Später-Wollen ist kein Wollen, weil es gegen Gottes Willen angeht. Gottes Wille ist jetzt, dein Wille ist nachher. Wer nicht will, wenn er kann, wird doch, wenn er später möchte, „nein“ sagen. Hüte dich, dass du, wenn du gern begnadigt sein möchtest und rufst: „Herr Jesu, tue mir auf!“ nicht findest, dass es dann zu spät ist. William Fenner.
1. Wer nicht alle Sünden aufgibt; 2. wer die Sünde nur äußerlich aufgibt; 3. wer die Sünde aufgibt, weil er sie nicht begehen kann; 4. wer die Sünde aus schlechten Rücksichten aufgibt; 5. wer eine Sünde aufgibt um einer anderen Sünde willen; 6. wer die Sünde nur eine Zeitlang aufgibt; 7. wer die Sünde aufgibt, aber nicht bestrebt ist, sie zu unterwerfen; 8. wer sich so von der Sünde kehrt, dass er sich nicht zu Gott kehrt: der hat noch keine vollständige Buße gehabt. Clarkson.